Pro Uhu-Nord - Titel 3

EulenRuf

Informationen für Mitglieder und Freunde sowie Förderer unserer Eulen

  • Oktober 2007

Liebe Mitglieder von Pro Uhu-Nord e. V.,

liebe Freunde und Förderer unserer Eulen,

Mitte Januar dieses Jahres wurde in Meldorf (Kreis Dithmarschen in Schleswig- Holstein) unser Verband „Pro Uhu-Nord e. V. – Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz in Norddeutschland“ gegründet. Das positive Echo, das diese Verbandsgründung in den zurückliegenden Monaten hatte, ist ein Beweis dafür, dass der im Eulenschutz Länder und Grenzen übergreifende Ansatz  unseres Verbandes nicht nur als Notwendigkeit verstanden wurde. Die Mitgliederentwicklung und das Spendenaufkommen sind vielmehr auch ein beredtes Zeugnis dafür, dass unser Anliegen darüber hinaus auf eine erfreulich konkrete Unterstützung stößt.

Informationsblatt EulenRuf

Mit dem „EulenRuf“ wollen wir in zeitlich zwangloser Folge Mitglieder unseres Verbandes, aber auch andere Freunde und Förderer unserer Eulen über unsere Arbeit informieren. Vor dem Hintergrund dieser Absicht will ich gerne noch einmal die grundsätzlichen Ziele und Aufgaben, die wir uns gesetzt bzw. gestellt haben, wie folgt formulieren:

  • Umfassendes Eintreten für den Schutz der Eulen und ihrer Brutplätze. Dabei gilt die Fürsorge des Verbandes allen heimischen Eulen in gleicher Weise – so auch dem häufig vernachlässigten
    Waldkauz.
  • Bewahrung und Entwicklung der natürlichen Lebensräume der Eulen.
  • Erforschung der Eulen, z. B. durch ihre Erfassung und Bestandsüberwachung sowie durch Dokumentation und Ausarbeitung von Artenschutzmaßnahmen und Schutzstrategien auf wissenschaftlicher Grundlage, insbesondere auch in Zusammenarbeit mit anderen gemeinnützigen Organisationen und staatlichen Behörden.
  • Werbung für die Belange des Umwelt-, Arten- und Biotopschutzes durch Öffentlichkeitsarbeit, wissen- schaftliche Veranstaltungen und Maßnahmen der Umweltbildung.
Junger Waldkauz

Junger Waldkauz

Erster Schwerpunkt

„Waldkauz-Monitoring“

Im ersten Punkt dieser Aufzählung habe ich hervorgehoben, dass unsere Fürsorge allen heimischen Eulen in gleicher Weise - also auch dem häufig vernachlässigten Waldkauz - gelte. Dieser Überlegung folgend haben wir bewusst als einen ersten Schwerpunkt unserer Arbeit in nächster Zeit das Thema „Waldkauz“ aufgegriffen und führen zusammen mit einem Biologen ein „Integriertes Waldkauzmonitoring in Schleswig-Holstein“, das vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein in 2007 bereits gefördert wird, durch. Dieses Waldkauzmonitoring wird in diesem „EulenRuf“ in seinen Grundzügen vorgestellt.

Ansprechpartner des Verbandes

Ich würde mich sehr freuen, wenn unser „EulenRuf“ Ihr Interesse fände. Sollten Sie Fragen zu unserer Arbeit haben, dann wenden Sie sich bitte an mich oder ein anderes (unter „Kontakte“ genanntes) Mitglied unseres Verbandes. Auch für Anregungen wäre ich dankbar. Dabei kann die vorgesehene Einrichtung einer Website des Pro Uhu-Nord e. V. (www.uhu-nord.de) den am Internet interessierten Eulenfreunden eine besonders reizvolle Möglichkeit zur Mitarbeit bieten. Ebenfalls hilfreich für unsere Arbeit wären kleine oder auch größere Beiträge zu einzelnen Eulenarten sowie gute Eulenfotos und interessante ortsbezogene Berichte zu Geschehnissen aus der Eulenwelt.

Mit den besten Wünschen für Sie

Ihr

Roger Asmussen

- Vorsitzender -

Roger Asmussen

Pro Uhu-Nord e. V.

Arbeitsgemeinschaft für Eulenschutz in Norddeutschland:

„Integriertes Waldkauzmonitoring“

Lebenstüchtig durch Flexibilität

Der Waldkauz ist unsere häufigste Eule. Das verdanken wir vor allem seiner großen Flexibilität bei der Brutplatzwahl und der Breite seines Beutespektrums. Die heulenden Balzrufe des Waldkauzes, die schon im Januar/Februar in der Dämmerung und in der Nacht zu hören sind, sind neben denen des Uhus wohl die bekanntesten Eulenrufe. Jeder kennt sie z. B. aus Krimis im Fernsehen, in denen der Ruf des Waldkauzes für eine besonders gruselige Atmosphäre sorgen soll.

Typisch für den Waldkauz sind sein gedrungener Körper, ein runder Kopf ohne Federohren und schwarz-braune Augen. Die Grundfarben seines Gefieders sind grau, dunkelbraun oder rostrot. Im Übrigen ist der Waldkauz etwas über 40 cm groß, wobei das Männchen meist etwas kleiner als das Weibchen ist. Die Flügelspannweite des Weibchens beträgt ca. 98, die des Männchens 93 cm. Das Weibchen wiegt ungefähr 560, das Männchen 440 g.

Förderung auch für den Waldkauz

Obwohl der Waldkauz noch relativ häufig vorkommt, gehen die Auffassungen über die tatsächlichen Bestände und deren Einflüsse auf andere Vogelarten wie z. B. die sog. „Kleineulen“ (u. a. Steinkauz, Rauhfußkauz und Sperlingskauz,die zum Teil nur in wenigen Exemplaren in Schleswig-Holstein brüten) weit auseinander.

Einigkeit dürfte über den Vorschlag von Theodor Mebs bestehen, dass in Gebieten, in denen auch der Steinkauz bzw. Sperlingskauz und Rauhfußkauz vorkommen, auf eine gezielte Förderung des Waldkauzes durch Nistkästen verzichtet werden sollte. Die Forderung des

Vorsitzenden des Landesverbandes Eulenschutz in Schleswig-Holstein e. V. dagegen, „auf jegliche Förderung des Waldkauzes in Schleswig-Holstein zu verzichten“ (!), verfehlt nach Auffassung von Pro Uhu-Nord e. V. – Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz in Norddeutschland – weit das Ziel einer ausgewogenen Förderung aller Eulen, also auch des Waldkauzes – eines „Glücksfalls der Evolution“ für Schleswig- Holstein.

Monitoring soll offene Fragen klären

Um bei einer Reihe von Fragen, auf die es beim Waldkauz bisher noch keine befriedigenden Antworten gibt, mehr Klarheit zu schaffen, führt Pro Uhu-Nord e. V. – Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz in Norddeutschland – ein vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gefördertes „Integriertes Waldkauzmonitoring in Schleswig-Holstein“ durch. Diesem Monitoring liegt ein detailliertes, die Jahre 2007 bis 2010 umfassendes Arbeitsprogramm zu Grunde.

Die Fragestellungen

Mit den Untersuchungen sollen generell folgende Fragestellungen geklärt werden:

  • Wie viele Waldkäuze haben ein Revier auf einer Probefläche?
  • Welche Habitate sind besiedelt (Wald, Siedlung, Gehöfte, verschiedene Waldtypen, unterschiedlich alte Baumbestände)?
  • Wie viele Revierpaare brüten? Gibt es diesbezüglich Unterschiede zwischen den Habitaten?
  • Welche Brutplätze werden gewählt?
  • Wie hoch ist der Bruterfolg in verschiedenen Habitaten?
  • Gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Naturräumen in Schleswig-Holstein?
  • Welche Faktoren steuern die Revier- und Brutdichte?
  • Welchen Einfluss auf das Besiedlungsmuster des Waldkauzes hat der Uhu, der sich erst in den letzten Jahren wieder in vielen Wäldern angesiedelt hat?

Bei Nistkastenpopulationen geht es um die

Klärung folgender Fragen:

  • Welcher Anteil der Revierpaare besiedelt die angebotenen Kästen?
  • Kann durch das Anbringen von Nistkästen der Brutbestand erhöht werden oder kommt es nur zu Umsiedlungen?
  • Haben Kastenbrüter einen höheren Bruterfolg als andere Paare?
  • Hat die Kontrolle von Nistkästen Einfluss auf die Wiederbelegung?

Die Untersuchungsgebiete und -methoden

Als Untersuchungsgebiete werden ein größerer Landschaftsausschnitt mit unterschiedlichen Habitaten sowie einzelne größere Wälder ausgewählt.

In einem ausgewählten Wald hängen zur Zeit noch keine Kästen, so dass hier in einem „Vorher-Nachher-Vergleich“ der Einfluss von künstlichen Bruthöhlen auf den Bestand untersucht werden kann.

Auf allen Untersuchungsflächen werden im Spätwinter/Frühjahr Revierkartierungen mit Klangattrappe durchgeführt, um die Anzahl der Reviere zu ermitteln. Zur Erfassung des Bruterfolges werden in den Wäldern mit Nistkästen alle künstlichen Bruthilfen kontrolliert. Außerdem werden in allen bei der Revierkartierung festgestellten Waldkauzrevieren die bettelnden Jungen im Ästlingsstadium erfasst. Durch diesen Untersuchungsansatz bekommt man Angaben zur Anzahl der erfolgreichen Paare und zum Anteil von Nistkasten- und Naturhöhlenbrütern in den einzelnen Wäldern.

Durch die Beringung von Jungeulen (in den Nistkästen) und Altvögeln (Keschern am Nistkasten) werden Daten zum Populationsaufbau und zur Reviertreue ermittelt.

Berichte über den Fortgang der Waldkauzuntersuchung

Wir hoffen, dass dieser ausführliche Bericht über einen Teil unserer Arbeit Sie interessiert hat.

Über den Fortgang unseres Waldkauzmonitorings, das sicherlich auch als Modell für andere Regionen und Eulenarten dienen kann, werden wir unsere Leserinnen und Leser weiterhin unterrichten.

Regionenübergreifende Zusammenarbeit von Pro Uhu-Nord e.V. vor allem beim Uhu angestrebt

Pro Uhu-Nord e. V. – Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz in Norddeutschland – ist mit seiner länderübergreifenden Zuständigkeit in der Überzeugung gegründet worden, dass die Sicherung der Eulenbestände und ihrer Lebensräume im Norddeutschen Tiefland mit seinen weitgehend vergleichbaren Landschaftsstrukturen und Lebensbedingungen eine die einzelnen Bundesländer und ihre Nachbarregionen übergreifende Zusammenarbeit erfordert. Das gilt vor allem für den Uhu.

Diese vom Menschen einst ausgerottete Großeule ist in den letzten 25 Jahren in Schleswig-Holstein durch naturnahe Auswilderungen des von Roger Asmussen gegründeten Landesverbandes Eulenschutz in Schleswig-Holstein e. V. sehr erfolgreich wieder angesiedelt worden. Ähnliches gilt für Niedersachsen. Von Schleswig-Holstein aus haben sich schon vor Jahren Uhus in Dänemark und Hamburg angesiedelt. Andere sind nach Niedersachsen und Mecklenburg- Vorpommern verstrichen. Todfunde von aus

Schleswig-Holstein stammenden Uhus wurden aus der Altmark und aus der Umgebung von Rostock gemeldet.Auch aus Brandenburg und dem deutschniederländischen Grenzbereich werden inzwischen immer wieder Uhu- Beobachtungen gemeldet. Interessant sind in diesem Zusammenhang ferner die Bemühungen, im deutsch-polnischen Grenzbereich Uhus wieder anzusiedeln.

Diese Gesamtsituation beim Uhu erfordert nach Auffassung von Pro Uhu-Nord e. V. eine Länder und Grenzen übergreifende Zusammenarbeit der Freunde des Uhus, wenn in dem angesprochenen Großraum sich selbst tragende Uhupopulationen geschaffen und nachhaltig gesichert werden sollen. Pro Uhu-Nord e. V. setzt sich für diese Zusammenarbeit mit Nachdruck ein.

Personalie

Michael Nickel

Der Leiter unserer Arbeitsgruppe „Niedersachsen“:
Michael Nickel aus Burgwedel mit seinem Uhu-Weibchen
.

Pro Uhu – Nord e. V.

Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz in Norddeutschland

Uhu

Werden Sie Förderer unserer Eulen, damit diese eindrucksvollen Vögel in Norddeutschland
und seinen Nachbarregionen eine sichere Zukunft haben!

Pro Uhu – Nord e. V.

setzt sich für unsere Eulen mit Nachdruck ein.
Er bittet Mitglieder, Spender und Sponsoren, diese bedeutende Artenschutzarbeit großherzig zu unterstützen.

Alle Beiträge und Spenden für Pro Uhu – Nord e.V. sind steuerlich absetzbar!

Konto:
Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe
BLZ 222 900 31 Konto-Nr.: 6 237 517

Pro Uhu- Nord e.V.
Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz in Norddeutschland

Ansprechpartner

Vorsitzender:
und Leiter des Arbeitskreises „Waldkauz“:

Roger Asmussen
Hochfelder Weg 152

24576 Heide

Tel.: 0481/788 96 50 Fax: 0481/788 96 51


Stellv. Vorsitzender:

Johann Böhling
Fritz-Reuter-Weg 19 A

24229 Strande

Tel.: 04349/91 97 48

Schatzmeisterin
und Leiterin des Arbeitskreises „Uhu“:

Claudia von Valtier
Adolf-Rohde-Str. 35 25524 Itzehoe

Tel.: 04821/40 62 40 Fax: 04821/40 62 20

 

Beisitzer:

Rainer Bruns
Fasanenweg 5

25845 Nordstrand

Tel.: 04842/8558

Fax: 04842/90324 1

 

Leiter der Arbeitsgruppe „Niedersachsen“:

Michael Nickel
Alte Burgwedeler Str. 7

30938 Burgwedel OT Fuhrberg

Tel.: 05135/925060

Informationen

www.pro-uhu-nord.de

Vereinsregister VR 1277 PI

Impressum

Eulen Ruf

Herausgeber:
Pro Uhu – Nord e.V.
Hochfelder Weg 152
25746 Heide

Verantwortlich: Roger Asmussen

Tel.: 0481/788 96 50

Fax: 0481/788 96 51